Ethno
Die Einwohner Istriens haben mit ihren Bräuchen und ihrer schweren Arbeit eine Spur hinterlassen, welche die heutigen Bewohner Istriens zu bewahren und zu verfeinern versuchen. Istrien ist mit Symbolen durchtränkt, welche Geschichten und ewige Legenden mit sich tragen.
Das Symbol Istriens ist die Ziege – ein geheimnisvolles Wesen, Urbild der Ausdauer, Bescheidenheit und des Stolzes; Ernährer vieler Generationen. Die Einwohner Istriens waren bescheidene Landarbeiter, Weinbauer, Schäfer und Viehzüchter, wovon auch eine Reihe an bodenständigen Tierarten zeugt – der istrische Ochse, der Esel, der Jagdhund –„istarski gonič“ und das Schaf „pramenka“, welches nur bestimmte Grassorten frisst. Diese Gegend ist auch Heim der bekannten istrischen „kažuni“. Kažuni sind kleine ländliche Unterschlüpfe gebaut in Trockenbauweise, aus Steinen ohne irgendeine Bindung. Neben der Deckung wurden sie auch zum Überschauen der Felder und Weinfelder unmittelbar vor der Ernte und der Lese genutzt.
Die Fresken sind noch eine Besonderheit Istriens. Die kleinen Kirchen wurden bemalt, da die damaligen Pfarrer nicht das Geld hatten die Kirchen mit reichem Inventar auszustatten. Deshalb haben sie nationale Meister engagiert, welche auf dem frischen Verputz Motive aus der Bibel zeichneten. Dadurch wurden die Bilder zu erstklassigen Künstlerarbeiten. Die bekannteste Freske ist der Tanz der Toten aus der Kirche der Hl. Maria na Škrljinah in Beram.
Der bekannteste Tanz in Istrien ist der „balun“, welcher in zweifärbiger Volkstracht in Begleitung traditioneller Musikinstrumente, der „miha“ und den „ šurli “ aufgeführt wird. Die istrische Tonleiter wird gespielt und gesungen, eine weltweit einzigartige Art zu Musizieren und zu Singen. Es wurde vorgeschlagen, dass die istrische Tonleiter in die UNESCO Liste der Hinterlassenschaften eingereiht wird. Die heutige Hymne des istrischen Landkreises ist das Lied „Krasna zemljo Istra mila“ (Herrliches Land, liebes Istrien), eine Ode an die Freude und Geschichte von den guten Menschen Istriens.
Die bekannte Eisenbahnlinie Parenzana, welche von 1902 bis 1935 Triest und Poreč miteinander verband und welche auch durch zahlreiche istrische Bahnhöfe und durch Kroatien, Italien und Slowenien fuhr, verband auch Istrien und seine Einwohner miteinander. Der Korridor der Schiene ist heute noch erhalten, sowie auch eine Vielzahl an begleitenden Eisenbahnobjekten, Brücken, Viadukten und Tunnels. Ein Teil der Trasse der alten Schiene wurde zu Radfahrt- und Spazierwegen umgebaut.
Die größte und am Besten erhaltene mittelalterliche Festung in Istrien ist die Festung von Pazin. Von ihr und dem Schlund der Höhle von Pazin schrieb der berühmte Jules Verne in seinem Roman Mathias Sandorf.
Der kleine istrische Ort Krinja ist wiederum anhand der Geschichte vom Vampir Juri Grandi aus dem 17. Jahrhundert bekannt, welche Johan Weikard Valvasor niedergeschrieben hat. Dessen Niederschrift haben auch viele Verfasser von Vampirsammlungen abgeschrieben, darunter auch Herman Hesse. Auch heute noch sind die Einwohner von Kringe vom Bestehen der Vampire überzeugt.
Eine alte Legende spricht davon, dass in Istrien, genauer im Tal des Flusses Mirna, auch Riesen gelebt haben. Eine der Städte, welche die Riesen in dieser legendären Zeit im Tal der Mirna erbaut haben, war auch Motovun. In der Legende und in den Geschichten von Vladimir Nazor blieb der Riese von Motovun Veli Jože in Erinnerung, welcher so groß und stark war, dass er mit bloßen Händen den Glockenturm der Kirche von Motovun schütteln konnte.